4.Wissenslexikon


 

 

Symbole und ihre Bedeutung

 

 




 


Jedes Symbol kann Hunderte von Deutungen in sich tragen – je nach den Vorstellungen der Menschen, die es interpretiert haben. Symbole, wie etwa das Dreieck, der Kreis, das Kreuz, das Quadrat oder der Stern, die auf der ganzen Welt vorkommen, können vollkommen verschiedene Dinge beinhalten. 

Die Herabwürdigung eines Symbols kann man an der Swastika beobachten.

 Nach dem Zweiten Weltkrieg galt diese als Symbol von Grausamkeit und totalitärem Machtmissbrauch. 

Zuvor war sie in Asien ein altehrwürdiges Emblem des Friedens und des schöpferischen Geistes, verwandt mit dem Sonnenrad und erfüllt von Bedeutungen wie "Es sei" oder "Amen". 

Sie war ein sakrales Zeichen, das vor zwölftausend Jahren – in paläolithischen Zeiten – wahrscheinlich die Wiedergeburt symbolisierte.

 

Anch:  

In den ägyptischen Hieroglyphen bedeutete das Wort anch sowohl "Leben" wie auch "Handspiegel". Es war mit dem Spiegel der Göttin Hathor und dem Spiegel der Venus verwandt und ursprünglich ein weibliches Symbol. Ägyptische Gottheiten aller Art wurden mit dem Anch-Zeichen dargestellt: Sie trugen es als Symbol für das Geschenk des ewigen Lebens, das ihren königlichen oder priesterlichen Dienern versprochen worden war.

Apfel:

 In den meisten indoeuropäischen Mythologien gibt es die magischen Äpfel der Unsterblichkeit, die Tod und Wiedergeburt symbolisieren. Meistens ist es die Göttin, die diese Äpfel einem Mann, Helden, Ahnen oder Gott verleiht. Die norwegische Göttin Iduna hielt alle Götter mit ihren magischen Äpfeln am Leben. Hiervon beeinflusst, gaben die alten Norweger ihren Toten Äpfel mit ins Grab: dies sollte auf magische Weise ihre Wiedergeburt ermöglichen. Als Lebensbaum oder Lebenspendend wird er in vielen Kulturen erwähnt. Dass der Apfel so sehr verehrt wurde, liegt auch an den geheimen sakralen Zeichen in seinem Inneren: dem Pentagramm, das dann zutage tritt, wenn man den Apfel quer durchschneidet. Auch die Dreifache Göttin wird im Apfelbaum dargestellt: der eine in voller Blüte, ein zweiter, der die Blüte abwirft, und der dritte, an dem die reife Frucht hängt.

 


Athame:

 Ein Athame ist ein Messer oder Dolch, und es wird in der Hexentradition als magisches Symbol benutzt; allerdings ist zweifelhaft, ob es in früheren Jahrhunderten nur diesem einen Zweck diente. Die Klinge sollte magnetisierbar sein und symbolisiert das Element Luft und wird verwendet, um den heiligen Ort abzugrenzen, indem man damit einen Kreis zieht.

 


Auge:  

Menschen reagieren stark auf Darstellungen des Auges. Der Augenkontakt zwischen Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt trägt dazu bei, eine Bindung zu erzeugen, die das Überleben des Kindes sichert. In den hinduistischen Text "Lalita Sahasranamam" erschuf und zerstörte die Große Göttin die Universen einfach dadurch, dass sie ihre Augen öffnete und schloss. Das gefürchtete böse Auge oder der böse Blick bezeichnete das Auge der Göttin und war oftmals das Auge des Urteils. Anat oder Anath, der Greisinnenaspekt von Astarte/Hathor, wurde im christianisierten Abessinien zu einer alten Hexe. Im Mittelalter waren die Kräfte des bösen Blicks, die man Hexen zuschrieb, sehr gefürchtet. Allerdings glaubte man, dass auch Männer und sogar der Klerus ihn haben konnte.

 


Baumalphabet:

 Wie das Runenalphabet, so wurde auch das Baumalphabet von europäischen Heiden zum Zeck der Weissagung und der Übermittlung geheimer Botschaften verwendet. Jeder Buchstabe wurde nach einem Baum oder Strauch benannt, und so konnten Botschaften buchstabiert werden, indem man die jeweiligen Blätter in der richtigen Reihenfolge auf einer Schnur oder einem Stab festband. "Bedeutungslose" Blätter, die im Alphabet nicht enthalten waren, dienten dazu, ein Wort vom nächsten zu trennen.
Blut: Die Bibel betrachtet Blut als wichtigstes Symbol der Lebenskraft. Der Name Adams bedeutet "Mensch, der aus Blut geschaffen ist" oder "Lehm, der durch Blut belebt wurde". In den meisten primitiven Mythen erschuf die Muttergöttin die ganze Welt, indem sie sie aus ihrer Urtiefe, ihrem kosmischen Schoß, herauspresste.

 


Chakras:  

Es handelt sich um den uralten tantrischen Glauben, dass jeder menschliche Körper sieben von diesen mystischen "Lotuszentren" enthält, die auf verschiedenen Ebenen entlang der Wirbelsäule liegen. Durch Meditation und richtige Atmung versucht der Schüler seine Kundalini-Kraft zu erwecken und sie durch seine "Lotuszentren" nach oben zu ziehen. Die Energie, die dabei verwendet wird, läuft durch zwei miteinander verflochtene Kanäle auf beiden Seiten des Rückgrats – den lunaren und den solaren Kanal, die zusammen eine Doppelhelix rund um die Chakras bilden.

 


Donnerkeil:  

In der Form des Donnerkeil-Zepters kann man die Elemente des indischen Dorje und des Blitz-Dreizacks erkennen, die von Zeus, Jupiter, Shiva, Donar (Thor) und anderen Sturmgöttern geschwungen wurden. Viele dieser Götter haben Namen, die wie lautliche Nachahmungen des Donners klingen. Dreizackige Zepter erinnern an eine Vereinigung mit der Dreifachen Göttin. Man glaubte auch, dass die Gottheit des Donnerkeils beim Eintritt in die Erde das Leben lassen musste. Dieser Akt der Selbstaufopferung spendete neues Leben. Von daher auch der hebräische Ausdruck abreq ad habra in der Bedeutung von "Schleudere deinen Donnerkeil, bis du tot bist". Diese Phrase wurde zu einer der klassischen magischen Beschwörungsformel, dem bekannten Abrakadabra, verschliffen.

 


Drachenauge:  

Das Drachenauge war eine beliebte Form für den Schliff von magischen Steinen, vor allem bei durchsichtigen oder durchscheinenden Kristallen, die in der Phantasie der Bevölkerung einem Drachenauge ähnelten. Wenn man längere Zeit ununterbrochen in ihr Zentrum blickt, so kann die Illusion von drei Dimensionen entstehen: Sie erscheint dann wie ein Tetraeder, das von oben oder von einer Seite aus betrachtet wird. Das Drachenauge enthält aber auch drei Dreiecke. Dieses Muster war der antiken Göttin in einigen ihrer neunfachen Gestalt geweiht, wie etwa den neun Musen. Diese Figur und einige Variationen davon tauchten oft in mittelalterlichen Zauberbüchern auf: Mit ihrer Hilfe konnte man den Schutz weiblicher Geister anrufen.

 


Elemente:  

Am schwersten von den vier Elementen ist die Erde, sie sinkt zu Boden, wenn sie in einem Gefäß mit Wasser vermischt wird. Im Gegensatz dazu schwimmen Luftblasen im Wasser nach oben, und das Feuer steigt in der Luft auf und ist deshalb das leichteste Element.

 


Erde:  

Urd, Erda, Ertha, Hretha, Eortha, Nerthus, Erze, Urth, Artha, Edda, Heortha: das sind einige wenige Namen der Erde in den indoeuropäischen Dialekten, abgesehen von Namen wie Terra, Gaia, Rhea, Ops, Hel, Hera, Demeter, Europa und viele andere mehr. Die Erde ist die universelle Muttergöttin, die am Ursprung aller Mythologien steht. Verehrung für die Erde als lebende Mutter war für die vorpatriarchalischen Gesellschaften charakteristisch, denn sie scheinen besser als die späteren, von Männern beherrschten Zivilisationen verstanden zu haben, wie wichtig die Erhaltung der Umwelt ist. Für mittelalterliche Hexen blieb die Erde eine Göttin. Die Häscher der Inquisition glaubten, dass gefangene Hexen unsichtbar werden und entfliehen könnten, wenn man ihnen erlaubte, die Erde zu berühren, oder wenn ein freundlich gesinnter Zuschauer ihnen einen Erdklumpen zuwarf.

 

 

Erdzeichen:

 Auf der ganzen Welt entwickelten Menschen die Vorstellung, die Erde müsse vier Ecken, vier Sektoren, vier Himmelsrichtungen und einen durch das Kreuz markierten Mittelpunkt haben.

 


Faden:  

Der Faden war das übliche Symbol des Schicksals bei den Menschen, die die Dreifache Göttin als Schicksals-Göttin verehren. "Schicksalsgöttin" war einer der Beinamen der prähellenischen Aphrodite. Sie war das Modell für die Moiren, die den Faden eines jeden Lebens spannen, maßen und durchschnitten.

 


Feder:  

Federn waren im alten Ägypten von sakraler Bedeutsamkeit: Man glaubte, dass jede Seele nach dem Tod auf einer Waage gegen die Feder der Maat – die Mutter, deren Name "Wahrheit" bedeutete – aufgewogen werde. So zeige sich dann, ob der oder die Verstorbene zu schwer von den Sünden belastet sei. "Leicht wie eine Feder" bedeutete, der Schuldenlast enthoben zu sein. Federn waren auch Symbol des Luft-Elementes und natürlich der Vögel, die man im allgemeinen als reinkarnierte Seelen betrachtete.

 


Feuer:  

Als Symbol des Feuers tritt oftmals ein einfaches, nach oben zeigendes Dreieck beziehungsweise eine Pyramidenseite in Erscheinung, aber auch andere Formen wie etwa ein einfacher Kreis oder Flammen wurden dafür verwendet.

 


Granatapfel:

 Der biblische Name dieser Frucht war rimmon, abgeleitet von rim ("ein Kind gebären"). Diese Frucht galt wegen ihres roten Saftes und ihrer zahlreichen Kerne fast überall als Symbol des Schoßes. In Europa war der Granatapfel immer ein Attribut der Himmelskönigin Hera oder Juno. Der Tempel Unserer Herrin mit dem Granatapfel in der Nähe von Pästum zeigt noch immer die Madonna mit ihrem Kind in einer Hand und dem Granatapfel in der anderen, und sie wird genauso verehrt wie die antike Statue der Göttin, die in demselben Heiligtum mit ihrem Kind in einer Hand und dem Granatapfel in der anderen Hand saß.

 


Haar:  

In den östlichen Religionen besaß das weibliche Haar eine tiefe symbolische und spirituelle Bedeutung. Die tantrischen Weisen verkündeten, dass das Binden oder Lösen von Frauenhaar die kosmischen Kräfte der Schöpfung und Zerstörung entfesseln konnte. Das Haar der Göttin Isis barg magische Kräfte des Schutzes, der Auferstehung und er Inkarnation. Für die Inquisition war es eine Sache der Selbstverständlichkeit, dass Hexen Stürme entfesseln konnten, einfach indem sie ihr Haar lösten.

 


Hexenzauber:  

Der Hexenzauber, auch bekannt als "magischer Knoten", tritt in vielen verschiedenen Formen auf – je nach der relativen Größe des Kreises zu den vier ineinander verschlungenen Fischblasen. Wie es scheint, sind damit die vier Windrichtungen unter weiblicher Kontrolle gemeint. Mit dem Begriff des magischen Knotens war auch die mittelalterliche Überzeugung verbunden, dass Hexen die Winde lenken, Stürme auslösen und das Wetter auf allerlei Weise beeinflussen könnten, indem sie Knoten in Schnüren, Fäden oder in ihrem eigenen Haar schürzten. Der Hexenzauber verwandelte sich in ein Schutzzeichen gegen böswillige Zauberei. Dahinter verbarg sich wohl der Glaube, Feuer könne mit Feuer bekämpft werden.

 


Kamm:  

Der Kamm war ein außerordentlich weibliches Symbol und wurde vor allem mit Wassergeistern assoziiert: mit Meerjungfrauen, Sirenen, Nereiden und der Göttin selbst unter Namen wie Venus, Salacia, Aphrodite Marina, Thetis und Thalassa. Göttin-Bilder tauchen immer wieder in Volksmärchen und Balladen über die Meeres-Fee auf, die überrascht wurde, während sie ihr Haar kämmte. Man glaubte, dass das Kämmen des weiblichen Haares das Wetter beeinflusse. Von Hexen hieß es, dass sie Stürme entfesseln konnten, wenn sie ihr Haar kämmten, ein Akt, der mit fallendem Wasser assoziiert wurde.

 


Kelch:

 Die Symbolik des Kelches ist komplex, sie beginnt bei den matriarchalen Bildern vom Gefäß des Schoßes und schreitet zu ihrer patriarchalen Ersatzform weiter, dem blutgefüllten Kelch der Auferstehung. Das lebenspendende Mondblut des Schoßes wurde zum Blut eines männlichen Wesens umdefiniert, das natürlich sterben musste, um dieses Blut zu erzeugen. Gottes Blutkelch verwandelte sich in einen Weinkelch, weil das Menschenopfer ekelhaft und das Tieropfer teuer wurde. Wein war das Blut der Erde. Die rituelle Geste, mit der der Kelch emporgehoben wird, wurde schließlich bei jedem Weinausschank zur Gewohnheit, da man den eifersüchtigen Göttern ihren Anteil anbieten musste, damit sie nicht ärgerlich oder rachsüchtig wurden. Bei den mittelalterlichen Heiden, Hexen und alchemistischen Mystikern war der Kelch ein universelles Symbol des Wasserelementes. In der keltischen Tradition symbolisierte der magische Kelch aus dem Meer die Wahrheit. Man glaubte, dass er zerbrechen würde, wenn drei Lügen über ihm ausgesprochen seien. Weihekelche wurden für besondere Angelegenheiten wie Krönungen, Königshochzeiten und Siegerfeste gegossen. Bis zum heutigen Tag gehört der Sieges-Cup oder Sieges-Pokal ganz selbstverständlich zu Rennen und anderen Sportarten.

 


Kessel:

 Der Kessel war das wichtigste weibliche Symbol der vorchristlichen Zeit, und deshalb assoziieren ihn die Christen ganz allgemein mit Hexerei. Die ägyptische Hieroglyphe für die große Tiefe des Weiblichen, den Schoß, der das Universum und die Götter hervorgebracht hatte, bestand aus der Darstellung von drei Kesseln. Dieselben drei Kessel standen auch für die weibliche Macht der kosmischen Schöpfung in der norwegischen Mythologie. Bei den Kelten bewahrten die drei Matriarchinnen den magischen Kessel der Wiedergeburt auf dem Grunde eines Sees (oder auch des Meeres). Von dort wurde er dann durch Bran, den "Gesegneten", heraufgebracht, um die in der Schlacht erschlagenen Männer wieder zum Leben zu erwecken.

 


Knoten:  

Die weiblichen Künste des Webens, Strickens und Knotens galten einst als magische Methode, um Wind und Wetter, Geburt, Tod und Schicksal zu beeinflussen. Gewöhnlich betrachteten Menschen Knoten mit Ehrfurcht und verwendeten sie in der Art eines Mandala als graphisches Symbol. Man glaubte auch, dass Hexen auch andere Körperteile wie Kehle, Mund, Augen usw. Durch die Magie des Knotens verschließen konnten.

 

 

Luft:  

Das Elementsymbol der Luft wird auch als Symbol der Sonne oder des Himmels im allgemeinen verwendet. Manchmal wurde es auch als eine Darstellung des göttlichen Auges betrachtet. Viele Mythen auf der ganzen Welt sprechen von einem Luftgott der Urzeit, der die Erde für lebende Wesen bewohnbar machte, indem er den Vater Himmel von der Mutter Erde wegdrängte und sie beide auseinanderhielt: Auf diese Weise entstand für Menschen und Tiere genügend Raum um zu atmen. In der Antike glaubte man oft, dass Luft die Essenz der Seele ausmache oder dass Seelen (Geister) aus derselben unsichtbaren Substanz bestünden wie die Luft; und aus diesem Grund konnte ihre Gegenwart zwar wie der Wind empfunden, aber nicht gesehen werden.

 


Magisches Hexagramm:  

Mittelalterliche Magier haben immer eine Vorliebe für Flechtmuster gehabt, die aus einer einzigen, ununterbrochenen Linie bestanden. Sie glaubten, dass solche Muster ihren Träger schützen könnten, weil sie keine "Tore" hatten, durch die böse Geister hätten eintreten können. Das Pentagramm war wahrscheinlich das am weitesten verbreitete Flechtmuster, aber auch das Hexagramm war durchaus angesehen. Allerdings besteht das Hexagramm aus zwei Dreiecken, die voll und ganz voneinander unabhängig sind. Da hier nicht eine einzige ununterbrochene Linie zustande kam, erfand man deshalb eine "magische" Version, bei der eine einzige Linie die sechs Punkte des Hexagramms so miteinander verbindet, dass die Linie kein einziges Mal unterbrochen wird.

 


Magisches Quadrat:

 Bevor es in Form des Tik-Tak-Toe-Spiels zu einem Freizeitspaß für Schulkinder wurde, hieß es Saturn-Quadrat und wurde als geheimnisvoll und magisch betrachtet, weil seine Zahlen in jeder waagerechten und senkrechten Reihe wie auch in den beiden Diagonalen immer dieselbe Gesamtsumme ergeben. Das magische Quadrat war in der Numerologie des Mittelalters von Bedeutung. Man verwendete es oftmals als Amulett und war der Meinung, dass es mystische Offenbarungen über die Welt der Natur in sich trägt.

 


Meer:  

Ein ägyptischer Name für die mütterliche Tiefe oder den gebärmutterartigen Abgrund, aus dem das Universum geboren war, lautete emu. Es gibt noch viele andere Namen für das mütterliche Meer, wie etwa: Thetis, Paladia, Aphrodite Marina und ihre Abwandlungen Mari, Mara, Marga und die Mutter Maria mit dem blauen Mantel und dem Perlenhalsband. Das mütterliche Meer war ein universelles Emblem für Geburt und Wiedergeburt.

 


Mondkreuz:

 Als magisches Schutzzeichen verteidigt das Mondkreuz sein Zentrum, indem es seine Mondsicheln nach außen kehrt. Dieses Zeichen wurde von nordeuropäischen Schamanen verwendet, die in den vier Mondsicheln die vier Phasen des Mondes oder – je nach Jahreszeit – die vier Positionen des Mondes am Himmel gesehen haben können.

 


Name:  

Von allen Symbolen, die erfunden wurden, sind Namen wahrscheinlich die wichtigsten. Dinge zu benennen ist in vielen archaischen Schöpfungsmythen der eigentliche Schöpfungsprozess. Menschen Namen zu geben bedeutete oftmals, dass man ihnen Leben oder Seele verlieh. Die Ägypter beteten zu "Isis mit den Zehntausend Namen", und in Indien wurde die Göttin "Kali mit den Tausend Namen" verehrt. Von den berühmten "neunundneunzig geheimen Namen" Allahs ist die Mehrzahl weiblich oder beschreibt weibliche Charakterzüge. Dasselbe trifft auch auf die "geheimen Namen Gottes" zu, die normalerweise auf bescheidenere 72 beschränkt werden.

 

 

Neunfache Göttin:  

Wie der Stern der Musen erinnert der der Neunfachen Göttin an viele andere heilige weibliche Neunheiten in Mythologie und Volksbräuchen. Das Zeichen besteht aus einer einzigen ungebrochenen Linie.

 

 

Penelopes Gewebe:

 Dies ist ein interessantes Muster aus zehn kleinen Pentagrammen, die um ein zehnspeichiges Rad im Zentrum angeordnet sind. Alle Fünfzacke zusammen bestehen aus nur zwei Linien. Dies ist ein Schutzemblem, genauso wie der einfache Fünfzackstern. Die mythologische Gestalt der Penelope ist in besonderer Weise mit Schutz und Bewahrung assoziiert, denn sie war es, die sich durchgängig geweigert hat, den Faden des Lebens durchzuschneiden, der das Leben ihres Gatten Odysseus in all seinen Abenteuern erhalten hat.

 


Pentagramm:

 Das Pentagramm hat viele neue Namen erhalten: Pentalpha, Salomons Siegel, Stern der Zauberer, Teufelszeichen, Hexenkreuz, Koboldsfuß oder Drudenfuß. In den alten Zeiten stand das Pentagramm für Leben oder Gesundheit. Es leitet sich von dem Apfelkern-Pentagramm der Erdmutter ab. Das Pentagramm war u.a. der keltischen Todesgöttin Morgan heilig, ist noch immer das Zeichen des Erdelementes im Tarot, stellt ein fortlaufendes, "torloses" Schutzzeichen dar und während des Mittelalters hieß es auch, dass Hexen und Heiden sich mit Pentagramm segneten, anstatt das Kreuzzeichn zu schlagen. Von daher rührt denn auch der Name "Hexenkreuz".

 


Runen:  

Unter den Heiden Nordeuropas waren Frauen die traditionellen Wächterinnen der Runenmagie. Der Gott Odin musste das Wissen um die Runen durch Selbstopferung erwerben, indem er neun Tage und Nächte vom Weltenbaum hing und ein Auge hingab. Runen haben niemals gekrümmte Linien oder Kreise verwendet. Sie bestanden immer aus geraden Linien und scharfen Winkeln, weil sie aus Holzstücken geschnitzt waren, die zum Zwecke der Weissagung wie Würfel geworfen wurden. Diese Runenpraxis, "die Runen werfen", war weissagenden Frauen vorbehalten und wurde deshalb in den Köpfen der männlichen Autoritäten des Mittelalters unausweichlich mit Hexerei assoziiert.

 

 


Schleier:  

Der Schleier wurde von der Göttin getragen, und zwar vor allem in ihrem Greisinnen-Aspekt, der das zukünftige Schicksal symbolisierte. Die Menschen der Antike glaubten, dass ein Blick hinter den Schleier oftmals den Anblick des eigenen Todes bedeutete. Schleier wurden vormals von Witwen gewoben und es hieß, dass dieser die alte Frau vor dem Angriff aus der Geisterwelt beschützen könne, in die ihr Ehemann eingegangen sei. Dann wurden Bräute verschleiert, weil man glaubte, dass sie in diesem Übergangsstadium ihres Lebens besonders verletzlich für böse Einflüsse seien.

 

 


Schnur:

 Die mythischen Verbindungen der Schnur beziehen sich auf die Nabelschnur. Ariadnes Faden, der den Theseus durch das Labyrinth (in die Dunkelheit und wieder ans Licht) führte, stellte die Reise der Wiedergeburt dar. Schnüre führten Eingeweihte durch künstliche Unterweltreisen in die Finsternis von Höhlen oder unterirdischen Tempeln, den "Fegefeuern" des keltischen Heidentums. In der ägyptischen Unterwelt symbolisierten magische Schnüre mit oder ohne Knoten die Bindekraft des matriarchalen Gesetzes. Einige Engel trugen "Gesetzesschnüre", die ihren Gehorsam gegenüber der Mutter Maat ausdrückten. Der Gott Ra sagte: "Ihr Gesetz ist die Schnur in Amentet." Auch Hexen gebrauchten Schnüre mit Knoten, um das Wetter oder sonst irgend etwas, das sie magisch "binden" wollten, zu fesseln.

 


Schutzkreuz:

 Dies ist eine Runenfigur, die von isländischen Magiern verwendet wurde. Wie das Mondkreuz, dem es ähnlich sieht, "verteidigt" das Schutzkreuz offensichtlich das Zentrum mit drohenden Hörnern oder Dreizack-Endungen, die sich in allen vier Richtungen nach außen kehren. Die Querlinien auf den Schenkeln des Kreuzes sind ein symbolisches Kürzel dafür, dass der Durchgang irgendeiner Wesenheit oder Kraft blockiert, abgewehrt oder verhindert wird; und so "bewacht" das Schutzkreuz sein Zentrum auf doppelte Weise.

 


Schwelle:

 Der Bauch, eine Braut über die Schwelle zu tragen, hat tiefe Wurzeln in Magie und Aberglauben. Wie der "Riss zwischen den Welten", so war auch die Schwelle ein Ort des Überganges zwischen Innen und Außen. Man glaubte, dass sich an diesem Ort Geister versammelten und dass es deshalb gefährlich für einen Fremden sei, ihn zu passieren. Oft begrub man Wachhunde unter ihr, die dann als Geisterhunde das Haus noch wirksamer schützen würden.

 

 

Sefirot:

 Die Sefirot sind die zehn Qualitäten des Mystischen Baumes, und sie stehen als wichtigster Lehrinhalt im Zentrum des kabbalistischen "Sefer ha-Zohar" ("Buch des Glanzes"). Der Mystische Baum stand für die "Welt der Einheit", und damit war der Prozess des Lebens gemeint, der von der Göttlichkeit in die gesamte Schöpfung einfloss, um wieder zur Göttlichkeit zurückzukehren. In absteigender Reihenfolge sind die Sefirot wie folgt auf dem Baum angeordnet: 1) Keter oder Keter Elyon, die Höchste Krone; 2) Hochmah, die Weisheit, der Beginn; 3) Binah, die Intelligenz, das Verständnis, die Höchste Mutter des kosmischen Schoßes; 4) Chesed, Liebe, Gnade; 5) Gevurah, Macht, Strenge; 6) Rahamin, Mitgefühl bzw. Tiferet, Schönheit; 7) Netzach, Ausdauer, Sieg; 8) Hod, Glanz, Majestät; 9) Jesod, Grundlage und 10) Malkut,, das Königreich der Erde, das mit Gottes Gemahlin, der Schechina, gleichgesetzt wurde.

 


Sonnenzeichen:  

In der ältesten Symbolik stellte der Kreis, der einen Punkt in der Mitte umschloß, den Urschoß dar, der den Funken der Schöpfung enthielt. Es wurde auch vermutet, dass dieses Sonnezeichen entstanden sein könnte, als man kreisförmige Linsen verwendete, um Sonnenlicht auf Zündhölzer zu bündeln und sie dadurch in Brand zu setzen. In frühen Zeiten wurde dieser Vorgang als "das Herabziehen der Sonne" oder als "Feuer vom Himmel" bezeichnet.

 


Spinne:

 Die Große Göttin in den Mythen wird mit der Spinne in Verbindung gebracht. Die vorhellenische Athene trug als Spinnerin des Schicksals einstmals den Namen Arachne – eine Spinneninkarnation. Die Dreifache Göttin erscheint in drei Funktionen: Sie spinnt, misst und durchtrennt den Lebensfaden.

 


Spirale:

 Sowohl die Einzelspirale als auch die Doppelspirale gehören zu den heiligsten Symbolen des neolithischen Europa. Sie war mit der Vorstellung von Tod und Wiedergeburt verbunden: mit dem Eintritt in den geheimnisvollen Schoß der Erde, dem Vordringen bis zu seinem Mittelpunkt und dem Verlassen des Schoßes auf demselben Weg.

 


Swastika:

 Die Swastika hat ihren Namen von dem Sanskrit-Ausdruck für "So sei es!", also dem "Amen". Als religiöses Emblem taucht sie weltweit seit mindestens 10000 v.Chr. auf. Sie erscheint auf der ältesten indischen Münze, auf Bildern des Buddha in Japan und auf griechischen und römischen Darstellungen der Großen Göttin. Eine Swastika, deren Arme in Richtung des Uhrzeigersinns wiesen, betrachtete man im allgemeinen als Sonnenemblem. Wenn ihre Arme gegen den Uhrzeigersinn gerichtet waren (sauvastika), so stellte sie den Mond, die Nacht und das weibliche Prinzip dar.

 


Tattvas:  

Die tattwas sind eines von mehreren hinduistischen Systemen zur Klassifizierung der Elemente. Das Wasser erscheint als silberne Mondsichel (apas). Die Luft ist ein blauer Kreis (vayu). Das Feuer ist ein rotes Dreieck (tejas). Die Erde ist ein gelber Rhombus oder ein Quadrat (prithivi). Das fünfte Element, der Geist – der dem griechischen Äther entspricht –, ist ein schwarzes oder indigofarbenes Ei und heißt akasha oder "Leere". Die Namen der Tattvas sind auch die Namen von verschiedenen Gottheiten, die man einzeln anrufen kann, wenn man ihren Gaben bedarf.

 


Triquetra:

Die Triquetra ist ein antikes Symbol der weiblichen Dreifaltigkeit. Sie besteht aus drei yoniförmigen Fischblasen, die so miteinander verflochten sind, dass aus ihnen die "türlose" Version dieses Musters entsteht, die immer als magischer Schutz galt. Manchmal waren die drei Fischblasen durch einen weiteren äußeren Kreis noch mehr verflochten.

 


Udjat:  

Das ägyptische Symbol des heiligen Auges – die udjat – war zu verschiedenen Zeiten das Auge der Maat, des Horus, des Thoth oder auch des Ra. Wahrscheinlich kamen die männlichen Götter chronologisch später, denn Maat war das ursprüngliche Alles-sehende-Auge und die Mutter-der-Wahrheit. Ihr Name leitete sich von dem Zeitwort für "sehen" ab. Man glaubte, dass sie vor allen möglichen Arten von Übel schützten. Schiffer rund um das Mittelmeer glauben, dass ein udjat-ähnliches Auge auf ihr Boot gemalt werden muss, damit es seinen Kurs nicht verliert.

 


Unendlichkeitszeichen:  

Das mathematische Symbol für Unendlichkeit kam durch die "arabischen" Ziffern in den Westen, aber Entstehungsort ist Indien, nicht Arabien. In der indischen Religion stand dieses Zeichen für Unendlichkeit oder Ganzheit, weil es aus zwei Kreisen besteht, von denen der eine im Uhrzeigersinn, der andere gegen den Uhrzeigersinn verläuft. Der rechte, männliche, solare Kreis ist mit dem linken, weiblichen, lunaren Kreis verbunden

 


Wunschbrunnen:

Der Wunschbrunnen ist ein Runenzauber aus Island, der offensichtlich einem lunaren Zusammenhang entspringt, denn die vier "Schüsseln", die aus dem Brunnen schöpfen, sind Sichelmonde. In Island haben sich matriarchale Symbole und Bräuche länger als irgendwo sonst in Europa erhalten. Quellen und Brunnen aller Art wurden traditionellerweise von Priesterinnengruppen bewacht, instand gehalten und verehrt. Einen Wunsch auszusprechen und dann dem Brunnen zu opfern war eine Art von Gebet, das man an die im Brunnen wohnende Wassergöttin richtete.

 

 

Zauberstab:  

Die Zauberstäbe der Hexen hat man sich in vielerlei Formen vorgestellt. Dabei ist er ganz einfach eine andere Ausgabe des magischen Stabes der Macht. Der Stab ist ein Archetypus, der wahrscheinlich bis in prähistorische Zeiten zurückreicht, als Menschen zum ersten Mal Werkzeuge verwendeten. Der Zauberstab ist das Werkzeug der Transformation. Er symbolisiert das Element Feuer. Man verwendet ihn für Liebeszauber und kann ihn auch benutzen um Kreise zu ziehen. Er dient zur magischen Arbeit mit der Willenskraft.

 


Zeichen der Unterwelt:  

In der Sprache der ägyptischen Hieroglyphen stand dieses Zeichen für die Tuat, das unterirdische Reich der Toten. In weiterer Definition stand es auch für den Unterweltsaspekt der Göttin, die verschiedentlich Nephthys, Maat oder auch Hekate, die alte weise Frau und Hebamme, genannt wurde. Embleme mit fünf Sektoren bezogen sich im allgemeinen auf eine weibliche Gottheit.

 


Sator-Arepo-Formel

Im Mittelalter sehr weit verbreitet und schon aus der Antike bekannt war diese Formel, die, auf einem Zettel notiert, einem Amulett oder Talisman beigelegt wurde. Sie stellt ein magisches Quadrat dar:

S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
R O T A S

Die Formel kann in vier Richtungen gelesen werden: Zeilenweise oben beginnend von links nach rechts oder unten beginnend von rechts nach links gelesen ergibt sich der gleiche Text wie spaltenweise links beginnend von oben nach unten oder rechts beginnend von unten nach oben.
Wörtlich bedeutet die Formel “Der Sämann Arepo (Eigenname?) hält mit Mühe die Räder”. Wegen der weiten Verbreitung - erstmals bezeugt ist die Formel 79 n.Chr. - wurde allerdings viel über eine verschlüsselte Bedeutung spekuliert:

PETRO ET REO PATET ROSA SARONA (dem Petrus, obwohl er der Schuldige ist, steht die saronische Rose offen)

SAT ORARE
POTEN(TER) ET OPERA(RE)
RA(TI)O T(U)A S(IT)
(Lebensregel der Benediktiner, in Klammern die Buchstaben, die die Formel nicht enthält)

Eine weitere Deutung besagt, dass die Formel eine Spielerei mit den Namen der drei hl. Könige sei:
ATOR, SATOR, PERATORAS

 

 

Ein weiteres bekanntes magisches Quadrat stellte im Mittelalter das folgende dar:

S A T A N
A D A M A
T A B A T
A M A D A
N A T A S

Weitere Verwendung fanden neben Buchstaben- auch Zahlenquadrate (“Hexen-Einmaleins”) sowie biblische Textstellen, die oft mit christlichen oder magischen Zeichen wie Pentagrammen ergänzt wurden.

 


Copyright by dr.mabuse