Tanz mit den Feen

Mitten im Wald, von den Bäumen und Sträuchern versteckt, gab es einen kleinen grünen See, mit wunderbar kühlen Wasser.
Er war kristallklar und glitzerte, wenn die Sonne darauf schien.
Rund um den Uferrand wuchsen die schönsten Blumen und Denise wäre so gerne schwimmen gegangen.
Es war sehr heiß heute und ein Bad im See wäre schon etwas Tolles gewesen.
Melissa, ihre Mutter, hatte aber gerade heute soviel zu tun, denn die Marillen im Garten waren reif und mussten gepflückt werden.
Davon kochte Melissa herrliche Marillenmarmelade.
Allein durfte Denise natürlich nicht zum See gehen, denn ganz allein in einem Waldsee zu schwimmen, das konnte auch für
eine kleine Hexe gefährlich werden.
Also streifte sie lustlos am Waldrand herum und schmollte ein wenig, als sie hinter einer wilden Rosenhecke, eine kleine Wiese
mit vielen blauen Glockenblumen entdeckte.
Schnell lief sie hin und mitten, als sie sich hingekniet hatte um einige zu pflücken, hörte sie eine feine Stimme rufen
:" Nicht, pflück die Blume bitte nicht, lass sie doch leben!"
Denise fuhr erschrocken hoch und zog ihre Hand von der Blume die sie gerade pflücken wollte, zurück.
"Wer hatte da gerufen?" fragte sie vorsichtig und erstaunt.
Als sie genauer hinsah, sah sie eine kleine, zarte Fee auf der Blume die pflücken wollte sitzen, die eine
Glockenblumenblüte als Kopfbedeckung trug.
"Warum soll ich denn keine Blumen pflücken," fragte sie erstaunt die kleine Fee," meine Mutter würde sich bestimmt
über einen Strauß freuen."
"Das glaub ich dir ja gerne, antwortete die Fee, aber weißt du, jede dieser Blumen wird von einer Fee bewacht, wir sind die
Hüterinnen der Blume und bleiben bei ihr, solange sie lebt.
Wenn du sie jetzt pflückst, dann verwelken sie und sterben, und gleichzeitig mit den Blumen, sterben auch wir."
Da erschrak Denise, denn das wollte sie natürlich nicht, aber das hatte sie ja auch nicht gewusst.
"Tut mir sehr leid, kleine Fee, sagte sie, aber ich will euch bestimmt nichts Böses antun."
"Was machst du denn so ganz allein am Waldrand?" fragte neugierig die kleine Fee.
"Mir war so langweilig, und ich wäre so gerne im Waldsee schwimmen gegangen, aber meine Mutter hat keine Zeit."
"Warum spielst du nicht mit uns," meinte die kleine Fee.
Denise blickte sich um und sah mit einem Mal, viele kleine Feen auf den Blumen sitzen. Alle sahen unterschiedlich aus und
je nachdem zu welcher Blume sie gehörten, hatten sie bunte Blütenkappen auf dem Kopf.
Einige flogen mit ihren gläsernen, durchsichtigen Flügeln auf Denise zu und nahmen sie bei den Händen.
"Komm, riefen sie, lass uns gemeinsam tanzen !"
Und Denise tanzte mit den Feen im Sonnenlicht das durch die Baumkronen schien, wie auf einer Bühne.
Ihr helles, glückliches Lachen und das leise Kichern der Feen hallte vom Waldrand heraus.
Das Spiel bereitete ihr großen Spaß.
Sie wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als sie plötzlich
ihre Mutter nach ihr rufen hörte.
Denise unterbrach ihr Spiel.
"Schade, aber ich muss jetzt nach Hause gehen, sagte sie."
"Du kannst jederzeit wiederkommen," meinten die Feen, ja, komm wieder, und spiel mit uns wann immer
du willst."
"Ich komme gerne wieder, lachte Denise, und ich verspreche euch, nie wieder achtlos eine Blume zu pflücken."
Denn die Feen, waren ihre Freunde geworden.
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