Igor, der Faulpelz




Schlafmaus




Mitten im Wald, in einem alten hohlen Baumstamm, lebten zwei Mäuschen.
Normalerweise leben Mäuse in Erdlöchern, aber diese beiden hatten sich einen alten hohlen Baum als Wohnung ausgesucht.

Johann, war ein fleißiges graues Mäuschen, doch Igor, dessen Fell braun war, war faul und schlief den ganzen langen Tag.
Er liebte es, sich die Sonne auf das Bäuchlein scheinen zu lassen, während er sich faul und zufrieden, in der Wiese rekelte.
Warum sollte er auch arbeiten?
Das Leben war viel zu schön, wenn man nichts tun musste.

So ging das fast den ganzen Sommer lang.

Johann sammelte Körner und Früchte, er putzte den ganzen Tag lang, und gönnte sich keine Pause.
Schließlich musste er ja das Futter für sie beide sammeln.
Das war nicht so einfach.
Als er Igor so faul in der Wiese liegen sah, bekam er mit einem Mal, eine riesige Wut, dass der so faul war.

"Willst du mir nicht endlich helfen, fragte er Igor erbost , ich schufte schon den ganzen Tag, und du liegst nur faul herum!"

"Wozu soll das gut sein, das Wetter ist viel zu schön zum Arbeiten, antwortete Igor, während er träge an einem Gänseblümchen roch.
Na warte, ärgerte sich Johann insgeheim, dem wird ich es aber zeigen, lässt mich die ganze Arbeit tun und will sich dann am Abend den Bauch voll schlagen."

Als die Sonne unterging, bequemte sich Igor endlich aufzustehen.
Gähnend reckte er sich und machte sich auf den Heimweg.
Vom vielen Faulenzen knurrte sein Magen und er freute sich auf eine große Portion Körner und Früchte, die Johann immer bereit stellte.

Wenn er nur daran dachte, lief ihm das Wasser im Mund zusammen, er konnte die Körner schon richtig riechen.
Deshalb beeilte er sich heute nach Hause zu kommen, obwohl er sonst viel zu faul zum Laufen war.

Schnüffelnd lief er über die Wiese zu dem alten Baum, er sah das Essen schon vor sich.
Abendessen war doch etwas Feines, nicht wahr?
Als er ins Haus kam, stürzte er sofort zum Tisch, wo Johann sein Essen immer hinstellte.

Entsetzt starrte er den leeren Tisch an, da stand kein Essen darauf, und Johann war auch nicht da.
Sein Magen knurrte laut und deutlich, er hatte ja solch großen Hunger.
Aufgeregt lief er durchs ganze Haus, aber auch in der Speisekammer fand sich nicht ein einziges Körnchen.

"Johann, Johann, rief er aufgeregt, wo bist du denn, ich habe großen Hunger."
Doch niemand antwortete ihm.
Wo konnte Johann nur sein, und warum gab es im Ganzen Haus kein Essen?
Igor verstand die Welt nicht mehr.
Missmutig trat er vor das Haus, er würde eben auf Johann warten müssen, damit er endlich etwas zu essen bekam.

Es dauerte nicht lange da kam Johann pfeifend daher, er hatte gut zu Abend gegessen und war mit sich und der Welt zufrieden.
"Johann, rief Igor schon von Weitem anklagend, ich habe großen Hunger, wieso ist kein Essen im Haus.

Johann betrachtete den faulen Igor eine Weile, schüttelte dann den Kopf über soviel Unverfrorenheit und meinte:" Wenn du heute keine Körner gesammelt hast, dann wirst du wohl auf dein Abendessen verzichten müssen, ich hab meine alle aufgegessen."

Igor sah ihn verdutzt an.
Da verstand er plötzlich, Johann hatte die ganze Arbeit immer allein machen müssen, selbst sein Essen hatte Igor ihm sammeln lassen.
Aus Freundschaft hatte Johann lange Zeit für ihn gesorgt, bis er endlich genug von Igors Faulheit hatte.
Igor schämte sich für sein Verhalten und nahm sich vor in Zukunft bei allen Arbeiten mitzuhelfen.
Er ließ den Kopf hängen und ging ins Bett.

Obwohl Johann nichts gesagt hatte, sein knurrender Magen, erinnerte ihn die ganze lange Nacht daran, was er falsch gemacht hatte.



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